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Grußwort Reinhard Naumann

Diversity im Bogensport

Am 27. Juli 2012 wurden die 30. Olympischen Sommerspiele in London eröffnet.
Während die Spiele von ungefähr 62 000 Zuschauern im Olympiastadion und einem
Milliardenpublikum vor den Fernsehgeräten verfolgt wurden, hat in Berlin zu diesem
Zeitpunkt ein kleiner Kreis von Freunden mit der eigenen Clubgründung später
Vereinsgeschichte geschrieben.
Der 1. GBC Berlin e.V., angefangen als Bowlingclub, ist der erste und einzige
heterosexuelle und zugleich schwullesbische Bogensportverein in Berlin,
Deutschland und Europa. Er stellt sich somit aktiv den gesellschaftlichen
Herausforderungen in Bezug auf homophobes Verhalten gegenüber LGBTQI
Menschen im Sport.
Ich unterstütze und wertschätze dieses Engagement sehr, da der 1. GBC Berlin e.V.
zu Beginn Diskriminierungen erfahren hatte und nun offen damit umgeht, indem der
Verein sich explizit als LSBTQI*Bogensportverein versteht und sich für dessen
Akzeptanz in der Gesellschaft einsetztvor allem im Sport. Daher freue ich mich
sehr, die Vernissage zum Vereinsprojekt „Diversity im Bogensport“ in unserem
Rathaus Charlottenburg eröffnen zu dürfen. Dieses Projekt wird von unserer
bezirklichen Partnerschaft für Demokratie gefördert.
Mit der Ausstellung des Bogensportvereins rund um das Thema Ausgrenzung im
öffentlichen Raum des Rathauses werden die Öffentlichkeit und alle Besucherinnen
und Besucher auf Themen wie Ausgrenzung und Homophobie im Sport aufmerksam
machen.
Die Ausstellung thematisiert, dass auch der Sport– und Freizeitbereich leider immer
noch nicht frei von Diskriminierung ist. Davon erzählt die Ausstellung und bietet viele
Anregungen darüber zu kommunizieren, um unbegründete Ängste und Vorurteile
abzubauen.
Sie ist während der Öffnungszeiten des Rathauses Charlottenburg in der zweiten
Etage geöffnet und ich freue mich über jeden Besuch!

 

Grußwort des Bezirksbürgermeisters für den
Bogensportverein 1. GBC Berlin e.V.

 

Grußwort 1.GBC Verein

Vernissage 12.10.2019

Vernissage am 12.10.2019

Einlass 11:00 Uhr, Beginn 11:30 Uhr, Minna-Cauer-Saal im Rathaus Charlottenburg

 

Jede an ihrem, jeder an seinem Platz: Wir machen uns für ein tolerantes Miteinander im Bogensport stark! Weil es kaum einen besseren Bereich gibt, einander kennen zu lernen und einander wertschätzen zu lernen als den Sport.

Nirgendwo sonst lernen wir so viel von einander, tauschen wir uns so unmittelbar aus.

 

Zur Eröffnung unserer Ausstellung haben wir ein besonderes Programm zusammengestellt.

 

11:30 Uhr      Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des 1. GBC Berlin e. V., Michael Krause

11:35 Uhr      Ansprache des Bezirksbürgermeisters von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann, den Schirmherrn unserer Ausstellung

11:45 Uhr      Vortrag des Vizepräsidenten des Berliner Fußballverbandes, Gerd Liesegang, zur Vielfalt der Lebensformen und Homophobie im Sport

12:00 Uhr      Vortrag Autor Dr. Klaus Berndl

12:20 Uhr      Vortrag Autorin Ria Klug

12:40 Uhr      Vortrag Autor Jordan T. A. Wegberg

 

Gegen 13 Uhr laden wir zu einem Glas Sekt, Saft oder Selters und ein paar süßen/salzigen Snacks in die Galerie. Die Ausstellung wird eröffnet!

Wir bedanken uns für die Förderung dieses Projekts durch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin – Partnerschaft für Demokratie Charlottenburg-Wilmersdorf.

Ausstellung Oktober 2019

Ausstellung Oktober 2019

Unsere Ausstellung soll aufklären. Homo- und Transphobie gibt es
überall, und also muss auch überall gegen Vorurteile, Intoleranz und
Mobbing angegangen werden. Wir tun das in unserem Bereich, dem
Bogensport.

Hier können wir einiges erzählen.

 

 

Homophobie zeigt sich nicht nur in Beschimpfungen und Gewaltausbrüchen, sondern sie kann sich
auch als alltägliches Mobbing äußern: Vorenthaltene Information,
Nichteinladung zu bestimmten Veranstaltungen, Nichtakzeptanz von
Anmeldungen zu Sportveranstaltungen usw. Der Möglichkeiten sind viele.

 

 

Wir liefern Beispiele aus dem Bogensport in Berlin, 2013 bis heute.

 

 

Wir wollen dazu nicht schweigen, sondern wir wollen aufzeigen, wie sich
Homo- und Transphobie heute äußern. Wir wollen darüber sprechen. Denn
nur mit Kommunikation kann man Ängste und Vorurteile abbauen. Unsere
Ausstellung bietet viele Anregungen und Denkanstöße dazu. Sie ist
während der Öffnungszeiten des Rathaus Charlottenburg in der zweiten
Etage kostenfrei zu besuchen.

 

 

Wir bedanken uns für die Förderung dieses Projekts durch das Bezirksamt
Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin – Partnerschaft für Demokratie
Charlottenburg-Wilmersdorf.

 

 

 

 

Der erste lesbischwule Bogensportverein Deutschlands und Europas

Einen eigenen Verein für Schwule und Lesben im Bogensport – braucht es das?
Wir sind der Meinung: Ja. Weil wir sind, wer wir sind. Und …:

Vorgeschichte: als Bowlingclub

Am 27. Juli 2012 hat ein kleiner Kreis von sechs Bowlingfreunden in der Berolina Bowling-Lounge einen eigenen Club gegründet, um den Spaß an ihrem Sport etwas zu intensivieren. Der Club entwickelte sich schnell zum Verein in Schöneberg-Tempelhof. Schon in der Wintersaison 2012/2013 konnten wir mit zwei Mannschaften bei den BBV-Meisterschaften mitspielen.

Zum ersten Januar 2013 wurden wir ins Vereinsregister eingetragen. Im selben Jahr wurde uns die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

Dieser Club war ausgewogen hetero-homosexuell – jedoch wurde er von außen von Anfang an als „schwul“ wahrgenommen. Und darauf reagierte die Bowlingszene diskriminierend. Wir – also Homo- wie Heterosexuelle gleichermaßen – mussten uns dagegen zur Wehr setzen. Ob wir wollten oder nicht.

So haben wir im Frühjahr 2013 den Aktionstag „Strike für alle“ organisiert – einen Sporttag gegen die weitverbreitete homophobe Diskriminierung im Berliner Bowlingsport. Schirmherrin dieses Sporttags war Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg; sie ist auch Ehrenmitglied unseres Vereins.

Geschichte: als Bogensportverein

Anfang 2013 haben wir zusätzlich eine Abteilung für den Bogensport gegründet. Auch sie entwickelte sich rasch positiv. Wir konnten schon im Herbst 2013 das Training in einer Sporthalle in Schöneberg aufnehmen, also in ungewöhnlich verkehrsgünstiger Lage in der Stadt.

Die World OutGames 2013 in Antwerpen waren für uns als Verein ein großer Erfolg: Diverse Sportler brachten Gold-, Silber- und Bronzemedaillen mit nach Hause.

Ebenfalls im Sommer 2013 haben wir unser Sportangebot zum ersten Mal auf dem Stadtfest am Nollendorfplatz präsentiert. Hierbei fand gerade das Bogenschießen enorm Anklang. Diesen Erfolg konnten wir 2014 wiederholen.

Im Sommer 2014 stellte unsere Bowlingabteilung ihre Tätigkeit ein. Hierfür gab es unterschiedliche Gründe; die Ermattung durch den andauernden Kampf gegen homophobes Mobbing spielte dabei eine nicht unerhebliche Rolle.

Als reiner Bogensportverein haben wir die Sache nun anders angepackt. Wenn man uns zum „schwulen“ Verein erklärt, unabhängig davon, ob wir es sind, oder nicht, können wir uns auch selbst dazu erklären – unabhängig davon, dass wir Mitglieder haben, die heterosexuell sind. (Und prompt waren wir mit der Frage konfrontiert, warum wir denn einen „schwulen“ Verein brauchen … hier beißt sich die Katze in den Schwanz.) Egal; wir machten was draus. Einerseits – weiß seit der „Umfirmierung“ nun jede/-r, woran er/sie bei uns ist, und wenn sie/er damit ein Problem hat, kann er/sie auf Abstand gehen. Andererseits – sind wir ein LSBTTIQ*-Verein der neuen Generation: Unser Konzept ist es, Heterosexuelle auch als Mitglieder willkommen zu heißen. Wir schaffen eine liberale Atmosphäre im Inneren, einen Schutzraum, der jedem/jeder ihren/seinen Freiraum lässt. Die Begegnung und die gegenseitige Unterstützung im gemeinsamen Sport sind es, die für ein Kennenlernen und für Toleranz sorgen. Es ist uns gelungen, einen machofreien Raum zu schaffen und zu sichern, in dem jede/-r ihrem/seinem Sport ungehindert nachgehen kann. Ganz nebenbei sind wir damit der Bogensportverein mit dem höchsten Frauenanteil Berlins geworden! Über 50 % – es könnte sogar sein, dass wir damit die Bogensportwelt sogar deutschlandweit toppen.

Im August 2014, nun als reiner Bogenverein, beteiligten wir uns an den Queerspielen Berlin 2014. Dieses Event sollte es speziell LSBTTIQ*-Menschen ermöglichen, zahlreiche Sportarten in entspannter, diskriminierungsfreier Umgebung kennenzulernen. Unsere Bogenkurse waren schon kurz nach Anmeldebeginn ausgebucht. Vor Ort haben wir zusätzlich das Bowling mitbetreut.

2015 konnten wir unseren Bogensportpark in Berlin-Westkreuz eröffnen. Das Publikumsinteresse war enorm. Es schlossen sich viele Schnuppertage und Anfängerkurse an, und nicht wenige der Teilnehmer/-innen sind sogar anschließend Mitglied bei uns geworden. Auf unserem Gelände in Westkreuz können wir bis 50 m schießen. Die Wettkampfdistanzen 60 m (Frauen) und 70 m (Herren) deckt das nicht ab. Um diese Entfernungen zu schießen, können wir seit 2015 (zeitlich eingeschränkt) das Reiterstadion im Olympiapark Berlin als Trainingsstätte nutzen. Hier trainieren unsere fortgeschrittenen Schützen die Distanzen bis 70 m.

2016 haben wir am IDAHO (International Day Against HOmophobia, 17.5.) einen Tag der Offenen Tür für den Bogensport in Westkreuz abgehalten und uns erneut auf den beiden schwullesbischen Events Parkfest Friedrichshain und Stadtfest Nollendorfplatz präsentiert.

Seit 2016 ist das Deutsche Schützenwesen eingetragen in die (Unesco-)Liste des Immateriellen Kulturguts Deutschlands und somit als Teil des deutschen Immateriellen Kulturguts anerkannt. Wir sind stolz darauf, hierzu unseren Beitrag zu leisten; gern zeigen wir dies durch die Verwendung des Logos.

Eine Frucht unserer Arbeit ist, dass wir inzwischen immer mehr sportliche Erfolge erringen konnten, dass wir bei den Winterwettkämpfen regelmäßig mit auf den Siegertreppchen der hiesigen Meisterschaften stehen. In der letzten Wintersaison (2017/2018) haben wir Silber bei der Kreismeisterschaft geholt (Herren, Visierrecurve) und Bronze bei den Landesmeisterschaften Damen blank, Herren blank und Mannschaft Herren blank und ebenfalls bei der Berliner 2. Landesliga als Mannschaft.

2017 haben wir uns der internationalen Bogensport-Community mit einem Informationspavillon auf dem Finalgelände des Hyundai Word Archery Cups präsentiert. Wir haben diese Gelegenheit genutzt, auf die homophoben Vorfälle gegenüber unserem Verein seit 2013 hinzuweisen. Die Reaktion des Publikums zeigte uns, dass unser Auftritt sinnvoll war.

2018, eine Woche nun vor dem Hyundai World Archery Cup und in unmittelbarer Nachbarschaft von dessen Wettkampfstätte auf dem Maifeld des Olympiageländes Berlin, veranstalteten wir den 1. GBC Queer Cup Berlin Archery 2018 im Reiterstadion Berlin, einem Gartenbaudenkmal im Olympiagelände.

Das Jahr 2019 bescherte uns zunächst den Verlust unseres Vereinsgeländes: Westkreuz ist nun Geschichte, hier wird die Autobahn verbreitert. Auf der Suche nach einem Ersatz in der Nähe fanden wir eine neue Heimat im Grunewald – weswegen wir jetzt unser Kürzel GBC scherzhaft als „Grunewald Bogensport Club“ lesen können. 😉 Am 22. September 2019 geht hier nun unser Vereinsturnier in die zweite Runde: der zweite GBC Queer Cup Berlin Archery 2019!

Projektkurse

Warum Projektkurse?

Daten:

  1. 28.7.2019, von 11:30 bis 15:30 Uhr, angemeldete Projektkursteilnehmer/-innen

  2. 11.8.2019, von 11:30 bis 15:30 Uhr, angemeldete Projektkursteilnehmer/-innen

  3. 8.9.2019, von 11:30 bis 15:30 Uhr, angemeldete Projektkursteilnehmer/-innen

  4. 13.10.2019, von 11:30 bis 15:30 Uhr, angemeldete Projektkursteilnehmer/-innen

  5. 10.11.2019, von 11:30 bis 15:30 Uhr, angemeldete Projektkursteilnehmer/-innen

  6. 8.12.2019, von 11:30 bis 15:30 Uhr, angemeldete Projektkursteilnehmer/-innen

 

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